So entlarvst du Führungskräfte mit „Mindset 1990“

So entlarvst du Führungskräfte mit „Mindset 1990“

  • Kostenfaktor
  • Wie kann HR Einfluss auf die Kosten nehmen?
  • Ein „weiter so“ gibt’s nicht

 

Natürlich bist du schon Führungskräften begegnet - unabhängig von ihrem biologischen Alter -, die eine Einstellung oder auch ein Mindset an den Arbeitsalltag legen wie vor 30 Jahren.

Es gibt sicherlich eine Menge Beispiele und ich möchte aus aktuellem Anlass ein solches darlegen. Wichtig ist mir dabei, dass es junge und ältere Führungskräfte gibt und meiner Erfahrung nach, kein pauschaler Rückschluss vom Alter der Person auf die Einstellung gezogen werden kann. Das wäre zu einfach.

Kostenfaktor

„Schön und gut, Rechsteiner. Ja, wir müssen da was machen, wenn wir neue Mitarbeiter gewinnen wollen. Doch warum soll ich zwei weitere Recruiter einstellen? Machen wir uns doch nichts vor, HR und Recruiting sind doch schlichtweg ein Kostenfaktor für unser Unternehmen“, sagt der Geschäftsführer eines mittelständigen Unternehmens - wohlgemerkt in der Geschäftsleitungsrunde, in der sich sechs weitere Bereichsleiter befinden, und ich einen Impulsvortrag mit Diskussionsrunde beitragen durfte.

 HR und Recruiting sind also ein Kostenfaktor – darüber muss ich kurz nachdenken.

 

War der IST-Zustand vor ca. 2 Stunden nicht noch so, dass

  • das Unternehmen ein massives Mitarbeiterfindungsproblem habe?
  • das Unternehmen eine größere Herausforderung mit Kündigungen und Fluktuation habe?
  • die Recruiting-Pipeline leer sei?
  • der Vorstand sagte, das Unternehmen hätte so viele Aufträge und schlichtweg viel zu wenig Mitarbeiter für die Bearbeitung?
  • das Unternehmen den Fachkräftemangel massiv spüre?

Ja, so muss es wohl gewesen sein: das war und ist die Ausgangslage für das Unternehmen! Auch wurde den Bereichsleitern schon vor Monaten von der Geschäftsführung mitgeteilt, dass HR und die Personalfindung eine hohe Prio im Unternehmen habe.

Mal wieder so ein seichtes Lippenbekenntnis – ohne aktives Handeln und Änderung der Vorgehensweise. Kennst du das auch aus deinem Unternehmen?

 

Wie kann HR Einfluss auf die Kosten nehmen?

Ja, HR kann Einfluss auf die Kosten nehmen. Personaler verfügen über zwei wichtige Stellschrauben, um Kosten einzusparen: einerseits administrative Prozesse stark vereinfachen und andererseits die Fluktuation/  innere Kündigungen minimieren sowie die Mitarbeiterbindung und Motivation stärken. 

Fluktuation und innere Kündigungen reduzieren

Ausscheidende Mitarbeiter und innere Kündigungen gehören zu den größten Kostentreibern im HR. Um dem entgegenzuwirken, müssen Personaler Mitarbeiter stärker ans Unternehmen binden. Angenommen dein Unternehmen hat 500 Mitarbeiter. Wenn du deine Fluktuationsrate nur um 3 % reduzierst, sind das 15 Mitarbeiter, die du pro Jahr in deinem Unternehmen halten kannst. Pro ausscheidenden Mitarbeiter kommen Kosten in Höhe von 43.000 € auf dich zu. Ergebnis: Du sparst 645.000 €, wenn du diese 15 Mitarbeiter an dein Unternehmen binden kannst.

Das als kleiner Exkurs, welche wirksamen Möglichkeiten HR im Unternehmen hat, die eine direkte Auswirkung auf den Unternehmenserfolg haben.

 

Ein „weiter so“ gibt’s nicht

Mich langweilt es mittlerweile, wenn großzügig von hoher Priorität im HR und Recruiting und vor allem der Menschen und Mitarbeiter gesprochen wird. Es geht nicht darum, den Mitarbeitern etwas von Prioritäten vorzubeten. Es geht darum, dass:

  • diese Aussagen in verifizierbaren Aktionen und Maßnahmen münden
  • deine Mitarbeiter spüren, dass sie tatsächlich Prio haben und die wertvollste Ressource im Unternehmen sind
  • HR und Recruiting als Erfolgsfaktor im Unternehmen platziert wird

Wenn du auch Menschen in deinem Umfeld hast, die von ihrer Einstellung her eher noch im Jahr 1990 parken, dann mache bitte nicht den Fehler, diese Menschen davon überzeugen zu wollen, dass es neue Wege gibt. Diesen Führungskräften fehlt es nicht an Wissen, sondern an Mut. Dieser kann nur intrinsisch entwickelt werden, nicht von außen.

Sei du eine mutige Führungskraft, gehe deinen Weg für dich und deine Mitarbeiter und lass dich nicht von hüllenlosen, bremsenden Phrasen aufhalten.

 

Mein Fazit:

Arbeitszeit gleich Lebenszeit. Achte sehr genau darauf,  wie du deine begrenzte Zeit einsetzt und mit welchen Menschen du dich umgibst. Denken sie in gewisser Weise destruktiv und verhalten sich „bremsend“ in ihren Aktionen und Maßnahmen, selbst wenn sie Worte der Offenheit nutzen? Oder sind sie wirklich bereit, konstruktiv, lösungsorientiert, flexibel und mutig Chancen zu erkennen und entsprechend aktiv in den Unternehmenserfolg zu investieren? Es ist vonnöten, alte Denkmuster und Verhaltensweisen rasch aufzugeben. Wachstum gedeiht nicht in der Starre, erst recht nicht in Zeiten des Wandels, die sehr viel Flexibilität und Aktivität erfordern.