Fuck Employer Branding – Warum ein altes Auto mit neuer Lackierung immer noch ein altes Auto ist!

Fuck Employer Branding – Warum ein altes Auto mit neuer Lackierung immer noch ein altes Auto ist!

  • Reality-Check – wofür stehen wir eigentlich?
  • Wofür stehst du als Unternehmen?
  • What next?

 Tolle Kollegen, super Projekte, wunderbare Kultur – alles top eigentlich, oder?  Glaubst du den Unternehmenswebsites wirklich, wenn es um die Selbstdarstellung geht? 

Da sind ja alle nur am Wohle der Mitarbeiter interessiert. Doch warum tun sich so viele Unternehmen immer noch so schwer, wirklich sichtbar zu werden? Meiner Meinung nach hilft hier nicht weiter, weil es um viel mehr geht als um Selbstdarstellung. Es geht schlichtweg darum, wofür du stehst – als Unternehmen!

Reality-Check – wofür stehen wir eigentlich?

 

Fakt ist: Ein altes Auto bleibt immer noch ein altes Auto, auch nach einer neuen Lackierung. Der neue Lack kann a, wieder schnell abblättern, b, ändert sich das Baujahr des Gefährts durch den frischen Anstrich ja nicht und c, kann das eine sehr kostenintensive Maßnahme sein dafür, dass der Motor vielleicht bald durch ist. Meiner Meinung nach dürfen wir uns deutlich tiefer und intensiver mit uns als Unternehmen beschäftigen. Es genügt nicht, ein Megafon in die Hand zu nehmen und jedem zu erzählen, wie großartig man ist. Der Ansatz von Employer Branding ist da für mein Empfinden einfach zu kurz gedacht.

Meiner Meinung nach müssen wir zuallererst die Motorhaube des Autos öffnen und uns mit dem Motor beschäftigen. Es ist wichtig, dass wir verstehen, welches Teil es z. B. auszutauschen gilt, wenn der Motor stottert und wir mit der Leistung nicht zufrieden sind. Erst im Nachgang, wenn der Motor geprüft und evtl. neue Teile verbaut worden sind, beschäftigen wir uns mit der Lackierung. Bitte beginne mit dem ersten und nicht mit dem letzten Schritt - dann klappt es auch mit der wirklich authentischen Darstellung im Außen.

Bevor du dich auf die Suche nach geeigneten Employer-Branding-Maßnahmen machst, muss die Arbeitgebermarke und somit das Unternehmen auf den Prüfstand. Ich möchte hier bewusst nicht von „Kultur“ sprechen, da diese oft viel zu schwammig definiert ist. Eine einfache und wesentliche Frage lautet: „Sind wir wirklich der attraktive Arbeitgeber, der wir sein wollen?“ Attraktivität liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – oder im Falle der Employer Brand ganz tief im Unternehmenskern begründet.

Starte also erst mit deinem „Reality-Check“ und mache dir klar, wo überhaupt die Handlungsfelder liegen. Ganz wichtig - das ist kein HR Projekt! HR ist hier der Treiber. Das Projekt liegt in den Händen von Mitgliedern aus dem ganzen Unternehmen! Die Teamzusammenstellung ist zudem erfolgskritisch, sei dir dessen bitte bewusst.

Wofür stehst du als Unternehmen?

 

Wunderbar, wir haben also die Motorhaube geöffnet und du weißt, dass du zuerst den Motor fit machen willst. Für dich ist es jetzt wichtig zu verstehen, dass authentische Unternehmenskommunikation aus dem Kern deines Unternehmens kommen muss. Es muss also ein erklärbarer Kern oder auch Leitsatz bekanntgegeben werden, der das ganze Unternehmen trägt und leitet.

Wow – wenn wir so einen Satz für unser Unternehmen formulieren könnten, könnten sich alle Mitarbeiter daran orientieren und die Leitplanken für unser Handeln wären klar!

Wie du dir jetzt sicherlich denken kannst, gibt es einige Unternehmen, die schon genau nach diesem Prinzip verfahren. Diese Unternehmen haben ihren Kern klar definiert und jede Aktion sowie daraus abgeleitete Kommunikation ist unmissverständlich auf diesen Kern abgestimmt. Du kannst sogar noch einen Schritt weitergehen und deine persönliche Motivation daraus ableiten.

Der Unterschied zu deinem Arbeitgeber liegt darin, dass du dich über das Was und Wie deiner Arbeit definierst. Was wunderbar ist, jedoch sind diese Informationen austauschbar und somit hast du keine Chance, einen starken, unverwechselbaren Brand aufzubauen. Was du verkaufst und wie du das macht, ist dann eher die Folge, nicht die Ursache. Wenn du es ernst meinst, dann lass uns ohne Umwege an die Ursache gehen.

„Warum gibt es dein Unternehmen“ – oh, eine gute Frage, nicht wahr?

Darauf hast du jetzt keine Antwort? Das verstehe ich zu gut - alle meine Kunden hatten darauf bisher keine klare Antwort. Diese legen wir im Workshop frei – hier musst du nichts erfinden, sondern wir legen deine „Unternehmens DNA“ frei. Sicherlich hast du das Buch von Simon Sinek „Why“ gelesen – sehr gut, dann hast du dir eine gute Basis geschaffen. Hast du das „Warum“ deines Unternehmens definiert? Kann ich mir kaum vorstellen, denn Unternehmen oder auch Menschen mit einem klaren Motiv machen daraus kein Geheimnis.

Interessiert dich mein persönliches Warum? Ich verrate es dir: „Ich beschleunige die notwendige Systemänderung, damit Talente erkannt werden und jeder sein Potenzial lebt.“

Bekommst du langsam eine Idee davon, wie wichtig es ist, diese Frage zu klären und danach das Warum an alle Mitarbeiter zu kommunizieren? Du legst die so wichtige DNA frei. Sobald du beginnst, den Kern deines Unternehmens klar und transparent zu kommunizieren, gibst du dir und auch den Kandidaten die Möglichkeit, sich aktiv für dein Unternehmen zu entscheiden. Denn dann wissen Sie, für was du stehst!

What next?

 

Du hast das Auto jetzt so richtig fit gemacht und es braucht keine unauthentische Pseudo-Lackierung mehr! Denn du kannst klar kommunizieren, wofür dein Auto – ergo dein Unternehmen - steht. Du bist dabei, einen ehrlichen, unverwechselbaren Kern und Brand zu gestalten und zu kommunizieren.

Ist diese Arbeit einfach? Nein, natürlich nicht – jedoch extrem nachhaltig! Streiche bitte Maßnahmen im Employer Branding, solange du nicht den Kern und die DNA deines Unternehmens in einem Satz beschreiben kannst. Du verschwendest Zeit, Geld, Nerven und erzielst damit keine nachhaltige Veränderung.